Kettenpflege ist preiswert!

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Kennen Sie das nervende Quitsch-Geräusch, das eine ungeschmierte Kette macht? Haben Sie schon für sich bemerkt, dass der Leistungsverlust durch eine schlecht gepflegte Kette durchaus 30% und mehr beträgt? Ist Ihren klar, dass der Materialverschleiß an Kette, Ritzel und dem Kettenrad mit dem Verschmutzungsgrad astronomisch zunimmt und dass das irgendwann richtig Geld kostet? Und sind Sie sich über das zusätzliche Risiko eines Kettenrisses und damit eines Sturzes im klaren?
Bedenken Sie, dass die Kette mit ihren kleinen Lagern die ganze Tretkraft überträgt. Tut sie das ohne Fett, können Sie ihr beim altern zusehen, und leicht laufen kann sie dann auch nicht.

Also was tun?

Sie müssen sich zuerst über den Zustand der Kette klar werden. Dazu müssen Sie diese anfassen! Tun Sie dies also vor Fahrtantritt – dann sollte es kein Problem sein, die Finger wieder sauber zu bekommen. Nehmen Sie Ihre Kette mit beiden Händen und bewegen Sie sie einmal. Dabei können Sie fühlen, ob sich die Kette schwergängig, kratzig oder knirschend anfühlt, oder eben leichtgängig und geschmeidig. Zerreiben Sie dann den Schmier der Kette zwischen zwei Fingern. Hierbei stellen Sie fest, ob oder wie viel Dreck und Stahlpartikel in der Schmiere sind.

Der schlimmste Fall:
Ihre Kette ist rostig, schwer beweglich, kratzig und hat keine Schmiere

Ist dieser Zustand erst seit gestern, behandeln Sie die Kette wie im nächsten Abschnitt beschrieben (aber rasch) – fahren Sie schon lange so herum: Suchen Sie Ihren Fahrradhändler auf und nehmen Sie reichlich Geld mit, denn es gibt viel auszutauschen.

Der Pflegefall:
Ihre Kette ist kratzig, fettig und verdreckt

Das kratzige Gefühl kommt von den eingeschlossenen Dreckteilchen. Diese Schmirgelteile sind in dem Schmier, und nicht nur außen drauf, sondern auch in den kleinen Lagern in der Kette. Daher muss das Fett mit den Schmirgelteilen aus der Kette heraus und erneuert werden.

Aus diesem Grund baden wir die Kette in einer fettlöslichen Flüssigkeit (bekommen Sie beim Fahradhändler) und bürsten sie mit einer kleinen Bürste ab. Damit ist die Kette jetzt idealerweise fettfrei und ohne Schmirgel. Aber eben auch ohne Fett in den Lagern. Frisches muss jetzt wieder hinein.

Am besten geht das mit Kettenspray. Das ist Fett in Lösung (Fett und Lösungsmittel). Sind die Lösungsmittel verdampft, bleibt nur Fett übrig. Da das Fett in Lösung ist, ist es dünnflüssig wie Benzin und geht prima in jede Ritze. Man kann auch pures Kettenfett erhitzen und die Kette darin eintauchen. Dann läuft das Fett auch in alle Lagerstellen. Das Fett, das außen drauf ist, können Sie getrost wieder abputzen, da es nur Dreck und Sand anhaften lässt. Jetzt haben Sie sauberes Fett in der Kette und außen nix mehr drauf (oder einen ganz dünnen Schmierfilm).

Damit die Kette auch oberflächig geschützt ist und gut abrollt, versiegeln sie die Kette mit Sprühwachs oder mit Teflonspray. Beides ist nicht klebrig und doch gut gleitend und schützend.

Zwischendurch:

Wird die Kette älter, schmieren Sie die Kette regelmäßig mit Kettenoel nach. Aber nur ein wenig, da sich sonst das Fett in den Lagern auflöst und herausfliegt. Wenn Sie Ihr Fahrrad im Dreck einsetzen, sollten sie ihre Kette nach dem Ölen wieder versiegeln. Dann hält sie recht lange.

Irgendwann ist das Fett in der Kette doch wieder zu dünnflüssig und verdreckt (es fliegt dann heraus). Damit geht dann die Geschichte wieder von vorne los (siehe Pflegefall).

Fazit:

Wenn Sie Ihren Geldbeutel schonen wollen, denken Sie rechtzeitig an Ihre Kette. Dann sparen Sie sich ständig neue Ketten, neue Ritzel, neue Kettenräder und etliche Arbeitsstunden (eigene oder bezahlte) und genießen statt dessen den deutlich besseren Leichtlauf – bei jedem Fahrrad

Ihr Thomas Just