Das "Patria Speedster"-Projekt

Wenn begeisterte Fahrrad-Meister und neugierige Konstrukteure aufeinander treffen, entsteht so manche spektakuläre Fahrrad-Idee. Einige davon sind so außergewöhnlich gut, dass Sie es bis in den Verkaufsraum schaffen. So geschehen bei dem Reise-Pedelec "Patria Speedster".

Hier die Entstehungsgeschichte:
Patria ist einer der Top-Hersteller für egonomisch passende Reiseräder. Diese werden in erster Linie mit einem Stahlrahmen gebaut. Diese Fahrräder sind die schnellsten Trekkingrädern, die technisch möglich sind, und zählen seit vielen Jahren zur Pflichtausstattung von Rad-Reise-Begeisterten.

Als Fahrrad-Meister habe ich mich in der Vergangenheit stark damit beschäftigt, warum das eine Fahrrad-Modell die Kraft zu fressen schein, während das andere fast von allein dahin rollt. Mittlerweile haben wir vieles herausbekommen und können auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen, den wir auch in der Zusammenarbeit mit Radherstellen einsetzen. Dies hilft uns, den Leichtlauf unserer Räder zu erhöhen.

Die Idee

Irgendwann kam ich auf die Idee, ein Fahrradmodell mit einem besonderen Leichtlauf und ein Pedelec zu verbinden.
Wir sind schon mehrfach bei Arbeiten mit anderen Pedelecs auf die Wichtigkeit der fahrrad-sportlichen Auslegung gestoßen. Ist die Fahrrad-Auslegung zu "müde", so ist es der E-Antrieb auch. Wenn aber im Normalbetrieb mit sehr viel Unterstützung gefahren werden muss, ist aber auch der Accu schnell leer. Wenn die Fahrrad-Auslegung aber auf sportlich und schnell getrimmt ist, ist der Fahrer effektiver und auch die Motorleistung wird besser genutzt. Die Motorleistung muss nicht mehr die Trägheit des Rades ausgleichen, sondern wird zum echten Vorwärtskommen verwendet. Dadurch ist es möglich mit weniger Unterstützung zu fahren und damit deutlich höhere Reichweiten zu erzielen oder beim Ampelstart deutlich besser zu beschleunigen. Diesen Effekt wollten wir für ein Reise-Pedelec auf die Spitze treiben.

Für diese Idee kam nur die Firma Patria in Frage. Nach langen Gesprächen und einigen Treffen ist es uns dann gelungen Patria für die Idee zu interessieren.

Der Prototyp

Als Ausgangsmodell wurde das Ranger gewählt. Das Modell hat einen sehr guten Geradeauslauf und ist dabei sehr leicht und schnell zu fahren. Für dieses Projekt mit seinen sehr hohen Belastungen wurde der Rahmen bei Patria neu berechnet und speziell für dieses Projekt neu gefertigt. Patria komplettierte den Rahmen mit dem derzeit stärksten zulassungsfreien Antrieb (Bionx 250 HT) und einer 8-Gang Deore Schaltung.

Mit diesem Prototyp bekamen wir dann die Möglichkeit einige Fahrversuche anzustellen. So konnten wir mit verschiedenen Reifentypen, verschiedenen Sitzpositionen, unterschiedlichsten Einstellungen, viel und weniger Gepäck experimentieren. Aufbauend auf die Ergebnisse dieser Fahrversuche passte Patria das Pedelec den Erfordernissen weiter an. Mit dem veränderten Prototyp starteten wir wieder Fahrversuche. Das Ergebnis war sehr beeindruckend.

Da geht noch was …

Schnell reifte die Idee, aus diesem Pedelec noch mehr zu machen. Ich hatte ein perfektes Reise-Pedelec vor Augen. Das Modell wurde deshalb mit SON-Nabendynamo und 80 LUX Scheinwerfer, 27-Gang XT Schaltung, Magura HS 33-Bremsen, Tubus Gepäckträgern vorn wie hinten, speziellen Leichtlaufreifen und einem Speedlifter für den Lenker ausgestattet sein.
Mit dem Speedlifter ist es möglich, den Lenker ohne Werkzeug höher oder tiefer stellen, ohne dass er sich dabei verdrehen kann (sogar während der Fahrt). So ist es möglich, für gemütliches Fahren den Lenker hoch zu stellen und sobald gewünscht, diesen anzusenken um mehr Leistung zu erreichen und damit die Reichweite zu erhöhen.

Darüber hinaus ist es bei diesem Rad ein einfaches, mit wenigen Handgriffen das Hinterrad (mit Motor) gegen ein normales Hinterrad zu tauschen und den dann überflüssigen Accu abzunehmen. Dadurch nimmt das Gewicht des Fahrrades stark ab und der Leichtlauf legt nochmal zu – und dann macht das selbe Rad auch in Gebieten Freude, in denen Steckdosen rar sind.

Mein Rad

So reifte der Plan für "mein Rad", dass geichzeitig wieder Prototyp für künftige Kundenräder sein sollte. Nach Abschluss der Überlegung hierzu gab ich den Bau in Auftrag und ließ für mich persönlich ein perfekt angepasstes Reise-Pedelec maßanfertigen. Der Name: Patria Speedster.

Zwei Monate später war das Pedelec da – pünktlich zur Fahrradreise-Saison. Nach einigen Fahrversuchen und Einstellungsänderungen ging es dann auf eine 500 km Radtour. Um auch hier noch einmal zu testen, fuhr ich die Tour mit Strom und 30 kg Gepäck. Ergebnis: Reichweiten bis 110 km Tagesetappen und exorbitante Fahrleistungen. Die waren am meisten auf losem Untergrund und an Steigungen zu spüren. Das hohe Anfahrdrehmoment des Motors lässt Beschleunigungen am Berg zum Kinderspiel werden.
Meine persönliche Empfindung: starker Suchtfaktor!

Pedelec "Patria Speedster"

Mittlerweile ist alles getestet und ausprobiert. Das Rad wurde noch einmal zur Begutachtung nach Patria zurück geschickt. Hier wurde aufgrund der von mir auf meiner Tour gesammelten Erkenntnisse der Rahmen noch einmal mal verstärkt und angepasst. In dieser Ausführung ist dieses Pedelec-Modell jetzt bei uns im Laden – exklusiv – und macht bereits einigen begeisterten Kunden viel Freude.

Neugierig? Dann kommen Sie doch mal auf eine Probefahrt vorbei!

Ihr Thomas Just

 

 
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